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"Man kann nicht nicht kommunizieren."
Diese Aussage stammt von Paul Watzlawick, einem bekannten Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeuten und Autor. Was bedeutet das?
Der Mensch ist darauf angelegt mit anderen Menschen in Kontakt zu treten. Selbst wenn er nichts mit jemandem zu tun haben möchte, macht er etwas, um dem anderen mitzuteilen: "Ich will nichts mit dir tun haben" - er bricht das Gespräch ab, kehrt dem anderen den Rücken zu, verschwindet um die nächste Ecke, wenn er sieht, dass der andere kommt usw. All das sind "Mitteilungen", die der andere versteht, all das bedeutet "Kommunikation".
Menschen ist die Fähigkeit zur Kommunikation angeboren
* Beispiel: Ein Neugeborenes kann aufhören zu weinen, wenn die Mutter es streichelt; zeigt, dass es Hunger hat, indem es schreit usw.
Menschen treten miteinander in Kontakt, um Informationen auszutauschen.
* Beispiel: Ein Baby lacht seine Mutter, die ihm die Flasche reicht, an und "sagt" damit "Ja, die will ich haben" oder "Das ist gut".
Kontakt wird über (Gebärden)Sprache, Stimme, Gestik und Mimik hergestellt.
* Beispiel: Die Mutter streichelt ihr Baby, summt dabei und lacht es an.
Kontakt herstellen bedeutet, miteinander in Interaktion treten.
* Beispiel: Das Kind zeigt auf die Flasche, die Mutter gibt sie dem Kind, das Kind freut sich und trinkt, die Mutter sagt: "Hast du aber Hunger."
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Die Fähigkeit zum Spracherwerb ist angeboren
Die Fähigkeit zum Spracherwerb ist angeboren, d.h. welche Sprache Kinder erwerben, hängt davon ab, welche Sprache Mutter, Vater oder andere Personen (z.B. Oma, Heimbetreuer usw.), bei denen das Kind aufwächst, sprechen.
Alle Kinder dieser Welt haben gleiche Strategien, Sprache zu erwerben:
* Sie imitieren ihre Eltern, d.h. sie sprechen Wörter nach oder verwenden Ausdrücke so, wie die Eltern sie verwendet haben. * Sie verwenden Wörter erst einmal ganz allgemein: z.B. "Hund" anstelle von "Katze", bevor sie mitbekommen, dass es da Unterschiede gibt. * Sie bilden neue Wörter: z.B. "reparierung" anstelle von Werkstatt und zeigen damit, welche grammatischen Fähigkeiten sie haben. * Sie wiederholen häufig Wörter oder Sätze, sei es, dass ihnen der Klang oder die Reaktion der Umgebung gut gefällt. * Sie fragen viel und unablässig und zeigen damit ihre Neugierde und ihre Lernfähigkeit. * Sie fordern Aufmerksamkeit und Zuwendung und zeigen damit ihr Bedürfnis nach Kommunikation.
Es ist daher nicht erstaunlich, dass der Beginn des Spracherwerbs in allen Sprachen dieser Welt sehr ähnlich verläuft. Erst wenn ein Kind sich der Sprache seiner Umgebung immer mehr bewußt wird, lernt es die Regeln und den Gebrauch seiner Muttersprache.
Spracherwerb setzt voraus, dass ein Kind hören kann.
* Ein taub geborenes Kind "verstummt" zwischen dem 5. und 6. Monat. * Hören bedeutet: Geräusche/Laute "wandern" vom Trommelfell zum Mittelohr -> zum Innenohr -> zum Hörnerv -> ins Gehirn.
Spracherwerb ist ein Prozess.
* Die Geräusche/Laute verbindet das Kind mit dem, was es erlebt hat. * Mit der Verbindung zwischen Geräuschen/Lauten und Erlebtem beginnt ein Kind sein (sprachliches) Wissen aufzubauen. * Neue Geräusche/Laute werden mit denen verglichen, die das Kind schon im Gehirn gespeichert hat.
Sprache wird gelernt, also ist Spracherwerb ein Lernvorgang. Kinder lernen Laute /b/ /a/ /l/ Kinder lernen Wörter ball Kinder lernen die Grammatik Nomen, männlich, Einzahl: ball Subjekt: der ball rollt Objekt: ich rolle den ball Kinder lernen den Gebrauch der Sprache in der Interaktion.
* Das Kind imitiert das, was es hört: "nane" * Das Kind lernt, seine Mutter anders anzusprechen als den Bruder, den Freund oder die Tagesmutter. * Das Kind lernt unterschiedliche Wörter und Redewendungen, je nachdem wo es ist: Zuhause, Kindergarten ...
Kinder lernen die Laute der Muttersprache und die Grundzüge der Grammatik im Vorschulalter. Das Lernen neuer Wörter und Redewendungen findet ein Leben lang statt.
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Wie können Eltern erkennen, ob das Kind in seiner Entwicklung altersgemäß ist oder nicht?
Eltern sind die Fachleute bei der Einschätzung der Entwicklung ihrer Kinder, da sie ihre Kinder täglich in den vielfältigsten Spiel- und Bewegungssituationen beobachten. Entsprechend fällt es ihnen in der Regel auch leicht zu entscheiden, ob ihr Kind die eine oder andere Fähigkeit in Spiel-Situationen schon beherrscht.
Auf der Grundlage der Beschreibungen des Entwicklungsneurologen Richard Michaelis (1999) ist eine Checkliste (s. Materialien) entstanden, die eine Einschätzung von 4 verschiedenen Entwicklungsbereichen vom 3. Monat bis zum 5. Lebensjahr erlaubt:
* Körpermotorik: z.B. aufrecht sitzen * Handmotorik: z.B. mit der ganzen Hand nach einem Gegenstand greifen * Denken: z.B. nach Gegenständen suchen * Sozialverhalten: z.B. zwischen bekannten (wie Vater. Mutter) und unbekannten Personen unterscheiden
Bezüglich der sprachlichen Entwicklung ihrer Kinder bemerken Eltern,
* wenn ein Kind, das vorher relativ verständlich seine ersten Worte gesprochen hat, auf einmal nuschelig oder unverständlich spricht, * wenn ein Kind, nachdem es seine ersten Worte tatsächlich schon im Alter von 12 bis 14 Monaten gesprochen hat, keine neuen Wörter mehr verwendet, * wenn ein Kind plötzlich nicht mehr "hört", dies kann auch daran liegen, dass es permanent erkältet ist und die Ohren nicht mehr frei sind, * wenn ein Kind auf einmal nicht mehr mit anderen Kindern spielen möchte, weil es sich nicht mehr wohlfühlt, weil es nicht verstanden wird, * wenn ein Kind immer öfter Wutanfälle bekommt, weil es nicht das bekommt, was es haben möchte.
Solche oder ähnliche Beobachtungen von Eltern können Anzeichen für eine Stagnation in der sprachlichen Entwicklung sein, die sehr unterschiedliche Ursachen haben können. Unter "Materialien" finden Sie Fragebögen, die in einer Art "Checkliste" in kurzer knapper Form zu folgenden Dingen eine Auskunft erfragen:
* wie ihr Kind mit anderen Kindern oder Erwachsenen spricht, * wie es spielt, * was es versteht von dem, was Erwachsene oder andere Kinder sagen und * wie es spricht.
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Das Arbeitsgebiet der Logopädie umfasst vier zentrale Störungsbereiche: Sprachstörungen Sprechstörungen Stimmstörungen Schluckstörungen Sprachstörungen bei Kindern Sprachentwicklungsstörungen (SES) oder spezifische Sprachentwicklungsstörungen (SSES) Sprachentwicklungsverzögerungen (SEV) Sprachentwicklungsbehinderungen (SEB) Audiogene Sprachstörungen Kindliche Aphasien Störungen der Schriftsprache: Entwickungsdyslexie, -dysgraphie
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Quelle: dbl-ev.de Deutscher Bundesverband für Logopädie e.V.
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